Ein Rallywochenende in Tschechien bei den Profis:


Hey Jungs! Hier der Bericht zum einem Klasse Rallywochenende in Tschechien.
Öffnet Parallel dazu das Picasa Webalbum mit den Bildern. Ist alles in der passenden Reihenfolge. Dann muss ich nicht extra nochmal einige Bilder hier hochladen.
https://picasaweb.google.com/1094440...eat=directlink

600 Kilometer bis zur Ankunft am Ziel von Kassel aus. Zielort: Kohoutovicích.
Micha und Sascha hatten es von Hannover ja noch länger...

Samstagmorgen: Die beiden waren um ca. 9 Uhr in Kassel und von da aus konnte es dann frisch und entspannt weitergehen. Unser Kofferraum war nur mäßig gefüllt, obwohl wir 6 Autos dabeihatten und eigentlich jeder ja nur eines fahren konnte, aber man will ja sichergehen, dass man auch im Zweifelsfalle wirklich fahren kann, sollte etwas schiefgehen am Auto!

Einige Stunden später, nach unter anderem zwei Geocaches an Pausenorten, mussten wir uns noch eine Vignette für dort kaufen. Allerdings stand der Preis von 12,50 Euro in keiner Relation mit den Straßenverhältnissen dort auf den Autobahnen wie wir später feststellen mussten...Naja...frohen Mutes ging die Fahrt weiter, doch hatten wir trotz sage und schreibe 3 Navigationssystemen und einem GPS System an Bord zwischendurch leichte Navigationsschwierigkeiten, hehe! Nachdem wir an Prag vorbeiwaren sah es dann leider so aus:
Nachdem wir auch hier eine halbe Stunde gebraucht hatten näherten wir uns dem Ziel immer weiter. Unsere Uhr zeigte mittlerweile knapp halb 5, als wir den Wald und die Strecke erreichten. Anscheinend war dort der Aufbau beendet, da keiner mehr anzutreffen war. Trotzdem schauten wir uns schonmal die Strecke an und waren völlig verblüfft von der schieren Größe...Wir wussten im Vorfeld von ca. insgesamt 9 km Etappen. Wie soetwas in echt aussieht im Wald hatten wir aber offenbar unterschätzt. Nach einem 15 minütigem Marsch durch den gefühlt halben Wald sind wir aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Zwischen Fahrerlager und dem höchstem Punkt der Strecke lagen einige Höhenmeter und bestimmt 3-4 Minuten reiner Fußmarsch. Ganz davon zu schweigen, wie es werden würde, wenn man hinter seinem Auto auf der Strecke hinterherhetzte... WOW!!!!!


Nach diesem prägendem Eindruck ging es nun zum Hotel, was wir wieder nach kurzer Irrfahrt auch fanden. Saubere ältere Zimmer, Verständigung mit Händen und Füßen. Danach erstmal zum benachbartem gutem Restaurant Pizza essen! Das war echt ein guter Abend. Lecker Essen und Trinken für drei Leute rund 25 Euro. Das kann man öfter machen. Weiterhin freuten wir uns auch über die doch meist sehr hübschen Frauen. Wir waren auf jeden Fall nicht das letzte mal dort...
Schnell noch ein wenig einkaufen und dann ins Zimmer und Autos vorbereiten. Zusammen wurden über den richtigen Reifen gefachsimpelt, was sich am nächsten Morgen aber für nichtig herausstellte.

Nach einer vor allem für mich kurzen Nacht gings um sieben Uhr zum Frühstück und um 8 zur Strecke. Fit und motiviert bauten wir unser kleines Fahrerlager mitten im Wald auf. Einen kleinen Tisch, 3 Stühle und jede Menge Kisten auf dem Boden. Trotz Temperatur über 30 Grad konnte man es im Wald gut aushalten. Nicht so lustig waren die vielen Stechviecher im Wald, aber es gibt schlimmeres! Es stellte sich heraus das wirklich nur die wenigsten sich auf Englisch unterhalten konnte, doch klappte die Verständigung auch so gut.

Um halb 9 mussten alle Fahrzeuge im Park Ferme stehen und es folgte die Fahrerbesprechung und ein kurzes 15 Minuten Shakedown. Beachtlich ist die verwendete Technik zur Zeitmessung. Es gibt zwei Lichtschranken. Eine am Fahrerlager direkt bei der Rennleitung, wo immer jede Etappe endete. Die andere Lichtschranke wurde an den jeweiligen Start mitten im Wald gestellt. Dazu gab es es eine große Digitaluhr. Gestartet wurde jede Minute in festgelegter Reihenfolge. Angekommen an der Rennleitung wurde nochmal die Startnummer kontrolliert. Die Zeiten wurden automatisch von der Lichtschranke in eine Software am Laptop übertragen und es war sogar ein Bildschirm vorhanden mit den aktuellen Zeiten der Etappe von jedem, sowie daneben ein Gesamtranking mit Abstand zum ersten, zum nächsten zu dem hinter einem usw. Zu jeder Etappe gab es ein Bild mit dem Streckenverlauf im Wald, sodass man wusste, wo zumindest der Start liegt, wo man hinlaufen musste.
Wir fragten nach und es stellte sich heraus, dass eine eigene Software für das Rallyfahren entwickelt wurde mit diesem System, dass überall in Tschechien genutzt wird. Leider ist diese derzeit nur in deren Sprache verfügbar, da auch schon die Polen Interesse angemeldet haben. So konnten ohne Probleme in 45 Minuten 30 Fahrer durch jede Etappe geschleust werden! Wir waren echt beeindruckt! So eine Technik ist beeindruckend.

Nun wurde es endgültig ernst, die erste Etappe wartete. 9:11 war der erste Start für Michael. Ich und Sascha direkt in den Minuten dahinter. Als wir uns am Ziel dann alle nach ca. 10 Minuten alle sahen, waren wir fertig...durchgeschwitzt, schweratmend, aber mit einem breitem Grinsen im Gesicht! Die Strecken waren der Wahnsinn und wir hatten viel Spaß!

Ich hatte leider einen Verlust von einer Minute durch eine rausgesprungene Kugelpfanne zu beklagen, die ich kaum wieder hereinbekommen habe. Saschas Auto hat leider nicht ganz durchgehalten und so waren wir schonmal ans Ende zurückgefallen.

Nach weiteren zwei Etappen stellten wir aber fest: Die Jungs hier sind verdammt schnell!!!!!! Im Schnitt war am Ende des Tages der erste fast immer 30-40 Sekunden schneller als wir. Selbst auf Etappen, auf denen wir wirklich schnell unterwegs waren. Teilweise bei uns nur wenige Sekunden Abstand landeten wir trotzdem nur im Mittelfeld, obwohl wir teilweise sehr gut unterwegs waren. (das schnellste Kind war immer noch schneller als wir alle) 

Wir fuhren insgesamt 9 Etappen mit im Schnitt 5 MINUTEN!!!! Pro Etappe. Eins kann ich euch sagen: Gegen Nachmittag waren wir ganz schön fertig und der Muskelkater am Montag war auch nicht von schlechten Eltern...für das nächste mal heißt dass: Vorher trainieren! Nicht mit dem Auto, sondern joggen gehen!!!!!!!!!!!

Ein kurzer Abriss zum Thema Technik und Reifen: Gefahren wurden nur Rally Block, aber ARP Rally Block! Diese sehen genauso aus wie ein Tamiya, haben aber ein wesentlich weicheres Profil und gehen extrem gut auf losem Untergrund. Oft wurden diese auch gecuttet. Gefahren wurden 90% Xray T1-T3 in allen Variationen. Diese wurden komplett geschlossen und mit längeren Dämpfern und Dämpferbrücken ausgestattet. 
Als wir uns aber die beiden schnellsten Fahrzeuge anschauten, haben wir erstmal unseren Augen nicht getraut...Hier lasse ich doch aber mal Bilder für sich sprechen: (siehe RC-Forum)

Insgesamt hatten wir mehr als 40 Minuten Fahrzeit und viel Spaß beim fahren, weil es hier Dimensionen hatte, die wirklich außergewöhnlich waren. Nächstes Jahr sind wir zu einem Internationalem 2 Tages Event eingeladen (Blackboard Rally), bei dem auch Polen, Franzosen und Italiener da sein werden. Es wird das erste Juliwochende werden und wir vielleicht auch!

Die Fahrt zurück gestaltete sich ähnlich und ich war um ca. 2 Uhr zuhause und die anderen noch später.
Ein anstrengendes Wochenende mit vielen neuen Eindrücken und der Erfahrung, dass es im Rallybereich noch Fahrer gibt, die noch einiges schneller als wir unterwegs sind!
• Thema Karosserien: Ihr werdet einige Karosserien finden, die so nicht erhältlich sind! Diese werden von den Tschechen selber gezogen und verkauft. Falls interesse besteht, Micha steht im E-mail Kontakt mit den Jungs.

Die Teilnehmer Sammy, Sascha und Micha: http://imageshack.us/photo/my-images/90/1zup.jpg/